Prof. Kuni weist darauf hin (noch ein älterer Post), dass der Bundesrat die Approbationsordnung so ändern will, dass die von manchen Kliniken gezahlten Aufwandsentschädigungen nach einer im BaFö-Gesetz festgelegten Grenze (derzeit €373) gedeckelt werden sollen. Hallo? bvmd? MB? Hartmannbund? Hilfe!
Mir geht im Moment im Kopf herum: An was soll man alles denken, wenn Kursunterricht stattfindet? Ich versuche in diesem Artikel mal eine wilde Sammlung, die später noch geordnet werden kann, in Frageform:
Stehen alle Termine fest? Sind alle Veranstaltungsorte sicher (Reservierungen o.ä.)? Steht die genaue Uhrzeit fest? Haben alle Dozenten zugesagt?
Stehen Gruppeneinteilungen fest? Sind die Gruppen sinnvoll eingeteilt, z.B. nach Neigungen, Vorkenntnissen? Sind die Gruppen durchmischt oder hängen "immer die gleichen" in der selben Gruppe rum? Nicht nach Namen oder Matrikelnummern sortieren! Sind die Gruppeneinteilungen rechtzeitig bekannt gegeben worden? Gibt es bei Terminproblemen seitens der Teilnehmer die Möglichkeit, zu wechseln oder zu tauschen?
Gibt es einen festen Ansprechpartner für den Kurs? Gibt es einen Notfallkontakt z.B. bei Nichterscheinen des Dozenten?
Sind alle Dozenten über jeden ihrer Termine mit Zeit und Ort sowie verfügbarer Veranstaltungstechnik informiert?
Müssen Laufzettel ausgegeben werden? Oder werden Listen seitens der Dozenten geführt? Faustregel: Je mehr Termine und je mehr verschiedene Dozenten, desto besser ist ein Laufzettel; umgekehrt ist eine Teilnahmeliste besser. Der logistische Aufwand für den Organisator bei Teilnahmelisten ist zwar zu bedenken, sollte aber nicht das Kriterium erster Priorität sein.
Ist klar, wann und wo die Laufzettel durch die Teilnehmer abgegeben werden müssen? Ist diese Stelle auch zu üblichen Zeiten besetzt? Tipp 1: Falls eine Klausur stattfindet, Abgabe dort organisieren! Tipp 2: Solche Informationen auch immer auf dem Laufzettel an sich vermerken! ALTERNATIV: Ist der Weg klar und definiert und kommuniziert, wie Teilnahmelisten ihren Weg vom Dozenten zum Organisator zurückkommen?
In der Schweiz gibt es jetzt eine Anti-PowerPoint-Partei, die von Staats wegen PowerPoint verbieten möchte. Eine ausgezeichnete Idee, wenn man schätzt, dass durch verschwendete Arbeitszeit in der EU jedes Jahr 110 Milliarden Euro Schaden durch diese Software entsteht.
Ein gewisser John Sweller hat ein hübsches Paper über seine Theorie der kognitiven Belastung geschrieben. Das sieht mal nach einer brauchbaren psychologischen Theorie für Präsentationen aus. Werd ich mir demnächst zu Gemüte führen! (via Arbeitszimmer Blog)
Mir wurde heute etwas sehr Konstruktives zuteil: Das Konzept heißt Problem-Lösungs-Inkongruenz (oder wie auch immer man das übersetzen mag). Die Grundidee dahinter ist, dass das analytische Stimmchen in uns sagt, das die Lösung eines Problems in der Regel den gleichen Umfang haben muss wie das Problem selbst. Es klingt so logisch, ist aber falsch. Selbst minimale Interventionen können große Auswirkungen haben. Wenn man die Menschen an ihrer eigenen Ehre packt und auf ihre sozialen Bindungen anspielt sowie ihnen konkrete Handlungsempfehlungen geben kann, ist das tausend mal wirksamer als irgendein Mega-Projekt. Ach ja, die Quelle ist mal wieder dicke Literatur: Heath & Heath, "Switch: How to Change things when Change is hard".
So, es ist mal wieder Zeit für etwas Konstruktives. Im Folgenden eine unvollständige, sich überschneidende und nicht so hundertprozentig geordnete Checkliste (siehe Atul Gawandes Checklist Manifesto), was eine gute Vorlesung ausmacht. Enjoy!
Überhaupt lernt niemand etwas durch bloßes Anhören, und wer sich in gewissen Dingen nicht selbst tätig bemüht, weiß die Sachen nur oberflächlich. (zu Eckermann, 20.02.1831)
Ein Plädoyer dafür, dass Vorlesungen alleine kein Wissen erschaffen und erst die praktische Tätigkeit die Basis dafür schafft, das Theoretische aufsaugen zu können. Ist ja auch logisch: Ohne emotionalen, persönlichen Aufhänger hängt alles Gesagte nur als Wortschwall in der Luft. Informationen wollen geerdet werden, um zu Wissen werden zu können.
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